(c) Kindermissionswerk

Vom Kopf zum Herzen

  • 18.06.18 11:38
  • Dominic Winkel
  •   Nachgefragt

Prof. Zollner, wofür steht die Kooperation des Kinderschutzzentrums mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“?

Wie unser beider Name schon sagt: das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ und das Kinderschutzzentrum der Gregoriana haben ein gemeinsames Anliegen, nämlich Kindern eine gesunde, eine sichere, eine vielversprechende Gegenwart und Zukunft zu ermöglichen. Das Kindermissionswerk ist, so wie wir auch, ein päpstliches Werk, ist international aufgestellt und hat ein großes Netzwerk. Deshalb können die Schulungen, die wir über unser E-Learning-Programm anbieten, auch die Leute direkt vor Ort in den verschiedenen Kontinenten und Sprachen erreichen. Leute, die unseren Diplom- oder Masterkurs in Kinderschutz besucht haben, können in den Ortskirchen eine besondere Verantwortung übernehmen. Sie werden von Bischofskonferenzen, von Schulorganisationen, von Ordensprovinzen gesandt oder sie arbeiten in Krankenhäusern oder Waisenheimen. Dort tragen sie Verantwortung dafür, dass ihre Institutionen Kinder schützen und Missbrauch so schwer als möglich gemacht wird.

Was sind die aktuell größten Herausforderungen des Kinderschutzzentrums?

Wir merken, dass die reine Übermittlung von Wissen, auch wenn es gut aufgearbeitet ist und nach heutigen Standards präsentiert wird, allein noch nicht reicht, um zu einem Bewusstseinswandel zu kommen. Wie können wir von einer reinen Wissensvermittlung vom Kopf zum Herzen gelangen? Wie fließt es in eine Bewusstseinsveränderung ein, und wie kommt es dann auch zu den „Händen“, die andere Umstände schaffen, damit Kinder sicher sein können? Das ist momentan einer unserer großen Schwerpunkte in der Revidierung unserer Programme.

Wenn Sie auf die Arbeit der letzten Jahre zurückblicken - wo gibt es Erfolge zu verzeichnen und wo sehen Sie noch Verbesserungspotential?

Wir merken, dass wir mittlerweile ein großes Netzwerk haben, das ständig wächst. Hier sind wir auch dem Kindermissionswerk sehr dankbar. Aber wir brauchen eine andere Weise, wie Partner miteinander ins Gespräch kommen. Wir stellen etwas vor, das wir entwickelt haben, und diskutieren mit den Länderreferenten des Kindermissionswerks, die eine unglaubliche Kenntnis über die Situation von Kindern in praktisch allen Erdteilen haben. Das ist eine der großen Möglichkeiten, die sich uns bieten, die wir aber leider bisher noch nicht richtig genutzt haben. Wir haben unglaubliche umfassende Kenntnisstände und auch Erfahrungsberichte. Diese fließen allerdings noch nicht so in die gegenseitige Kommunikation ein, dass man auch von einer lokalen Kirche in eine andere, von einer Bischofskonferenz zur anderen, von einer Ordensprovinz zur anderen sagt: Hör mal, bei uns funktioniert das, warum macht ihr das nicht auch so?

SommerZeit 2018 (c) Robert Boecker

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