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Kleine Kirche - große Bedeutung

  • 25.07.17 08:35
  • Martin Mölder
  •   Glaubensmagnete

„Und er betete in seiner Angst noch inständiger und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte. (Luk, 22,44)“ Ungefähr an dieser Stelle, an der Jesus diese, im Lukas-Evangelium beschriebene, Todesangst hatte, steht sie seit rund 90 Jahren: die Todesangstbasilika. Oder auch „Kirche der Nationen“, die deshalb synonym so genannt wird, weil ihr Bau durch Spendengelder vieler verschiedener Länder ermöglicht erst wurde.

Am Fuße des Ölbergs im Garten Gethsemane steht die Todesangstbasilika auf den Fundamenten einer byzantinischen Basilika aus dem 4. Jahrhundert, die 746 während eines Erdbebens zerstört wurde. Danach, etwa im 12. Jahrhundert stand an diesem Ort eine Kreuzfahrerkirche bekannt, die allerdings nur rund 150 Jahre Bestand hatte und dann von moslemischen Eroberern Jerusalems in Schutt und Asche gelegt wurde. Erst im Jahr 1891 fanden Archäologen Überreste dieser Kirche. Die Todesangstbasilika, die heute Millionen Pilger fasziniert ist eine römisch-katholische Kirche und wurde vom italienischen Architekten und Franziskanermönch Antonio Barluzzi entworfen. Und obwohl sie eine der kleineren Kirchen ist, steckt sie voller Schönheit und Symbolik.

Apostel und Evangelisten

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Ihre 12 Kuppeln stehen für die 12 Apostel. Auf ihren Säulen, die den Eingang umrahmen stehen vier Statuen mit den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes und auf dem Dachfirst sind zwei Hirsche zu sehen, die den Vers Davids aus Psalm 42,2 symbolisieren: "Wie der Hirsche lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir." Das beeindruckende Mosaik, das Jesus Christus als Mittler zwischen den Menschen und Gott darstellt, zieht die Blicke der Besucher in den Bann und lädt ein, einzutreten.

Im Innern der Todesangstbasilika fällt vor allem auf, dass es dunkel ist. Durch die Kirchenfenster mit den großen Glaskreuzen dringt nur wenig Licht und auf pompösen Schmuck wurde ebenfalls verzichtet. Vergleichsweise schlicht kommt sie daher, nur der Altarraum mit einer stilisierten Dornenhecke umwuchert fällt besonders auf. Das Thema „Angst“ soll seinen Platz haben an dieser Stelle und manch ein Besucher vermag in der Stille des Raumes die Situation Jesu kurz bevor er verraten wurde und sterben sollte, nachempfinden.

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