(c) Kirche in Not

Katholische Kathedrale in Bahrain

  • 26.06.18 11:16
  • Tobias Lehner
  •   Glaubensmagnete

Die Kirche soll das Patronat „Unsere Liebe Frau von Arabien“ tragen und das geistliche Zentrum für über zwei Millionen Katholiken des Apostolischen Vikariats Nördliches Arabien sein. Dieses umfasst neben Bahrain auch die Golfstaaten Kuwait, Katar und Saudi-Arabien und wird von Bischof Camillo Ballin geleitet. „Es war ein denkwürdiges Ereignis. Jetzt nimmt der Bau der Kathedrale endlich Form an“, sagte der Nahost-Referent des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“, Dr. Andrzej Halemba. Er nahm an der Grundsteinlegung teil. „Kirche in Not“ unterstützt den Kirchenbau maßgeblich. Zu dem katholischen Wortgottesdienst waren neben kirchlichen Würdenträgern auch die Botschafter von Italien und Frankreich sowie ein Vertreter des sunnitischen Königshauses von Bahrain gekommen.

Überraschende Schenkung

König Hamad Bin Isa al Chalifa hatte der katholischen Gemeinde im Jahr 2013 überraschend das Grundstück zum Bau einer Kirche zur Verfügung gestellt. Trotz dieser Unterstützung war es im Planungs- und Genehmigungsverfahren zu Verzögerungen gekommen. Einen großen Teil der Baumittel hätten die Katholiken der Region selbst aufgebracht, erklärte Halemba. „Aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns.“ Neben der Kathedrale sollen auf dem Areal auch ein Bildungs- und Begegnungszentrum entstehen. „Neben der pastoralen Hilfe sollen auch Sprach- und Kulturunterricht stattfinden. Das ist für die Menschen, die zum Arbeiten auf die Arabische Halbinsel kommen, sehr wichtig“, sagte Halemba. Christen würden ihr Leben riskieren, wenn sie aus Unkenntnis gegen die gesellschaftlichen Regeln auf der Arabischen Halbinsel verstießen.

Neue Heimat für Christen

Die katholischen Gemeinden im Vikariat Nördliches Arabien bestehen fast ausschließlich aus Auswanderern, die vorwiegend aus Indien, Bangladesch oder von den Philippinen stammen. Viele von ihnen verdienen ihr Geld als Haushaltshilfen oder Bauarbeiter, um damit ihre Familien in der Heimat zu unterstützen. Ihre Arbeitsbedingungen sind extrem hart, zudem werden sie oft als ethische und religiöse Minderheit diskriminiert.  „Die neue Kathedrale wird nicht nur den Zuwanderern eine Heimat bieten“, sagte Halemba. „Sie ist auch ein sichtbares Zeichen des guten Willens und ein Symbol für die gesamte Region, in der viele Christen nach wie vor ihr Leben riskieren.“

SommerZeit 2018 (c) Robert Boecker

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