International – Entmenschlichung der Arbeit – Einsatz für faire Lebensbedingungen

28. Juli 2020 (pek200728-DBK/sam)

Bonn. Am 30. Juli 2020 begehen die Vereinten Nationen den Internationalen Tag gegen Menschenhandel. Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Menschenhandel der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, mahnt dazu: "In der Pandemie wird insbesondere die Situation in der Lebensmittelindustrie wahrgenommen. Und das nicht zu Unrecht! Aber in Deutschland und der Europäischen Union findet Ausbeutung in erheblichem Maß auch in der Pflege, auf dem Bau und in der Prostitution statt."

Menschenhandel ist ein nach wie vor wenig beachtetes Feld der Kriminalität: Menschen, meist Frauen und Kinder, werden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, unter Ausnutzung ihrer Hilflosigkeit, durch Nötigung und Machtmissbrauch gefügig gemacht und ausgebeutet. Beobachter schätzen die Zahl der Opfer des Menschenhandels auf weltweit rund 40 Millionen. Auch in Deutschland wird die Notlage tausender Menschen ausgenutzt. Sie werden unter menschenunwürdigen Bedingungen und ohne ausreichenden Arbeitsschutz beschäftigt, ohne dafür eine zumindest existenzsichernde Entlohnung zu erhalten. 

"Von dieser Entmenschlichung der Arbeit zu Menschenhandel ist es nur ein kleiner Schritt", erklärt Weihbischof Ansgar Puff. "Kirchliche Partner in Rumänien und Bulgarien berichten, dass viele Menschen bereit sind, einen schlechten Lohn und prekäre Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, um ihre Familien im Heimatland unterstützen zu können. Hierfür zahlen sie einen viel zu hohen Preis", so der Kölner Weihbischof weiter. 

Die katholische Kirche kümmert sich in Deutschland wie in den Herkunftsländern in vielfältiger Weise um die Opfer von Menschenhandel. "Zum Engagement der katholischen Kirche gegen Menschenhandel gehört nicht nur die Sorge um und für die Opfer, sondern auch der Einsatz für faire Lebensbedingungen weltweit, die dem Menschenhandel seine Grundlagen entziehen", sagt Weihbischof Puff. Vor allem aber seien Politik und staatliche Verwaltung gefordert, Regeln zu formulieren und durchzusetzen, damit die Maßnahmen nicht nur ein Strohfeuer blieben.