Erzbistum Köln – Liturgische Texte – Anregung für Hausgottesdienst – Osterläuten – Familienangebote

9. April 2020 Newsdesk/Je

Inhalt des Artikels

  1. Woran an Ostern erinnert wird
  2. Liturgie der Osternacht
  3. Lesungstexte in der Osternacht, am Ostersonntag und Ostermontag
  4. Ostergottesdienst zu Hause feiern
  5. Osterläuten, Osterkerze, Osterwasser
  6. Ein ausgedehntes Fest: Osteroktav und Osterzeit
  7. Ausmalbilder und weitere Angebote für Familien
 

Woran an Ostern erinnert wird

An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu. Ostern ist vor Pfingsten und Weihnachten der höchste Feiertag der Katholischen Kirche.

Am Sonntagmorgen kommen einige Frauen, Anhängerinnen Jesu, zum Grab. Plötzlich erscheint ihnen ein Engel, der die frohe Botschaft verkündet: Jesus ist auferstanden. Das Grab ist leer. Die Auferstehung Jesu ist jedoch nicht als wundergleiche Totenerweckung zurück in das irdische Leben zu verstehen. Der auferstandene Christus erscheint – so die Erzählungen der Evangelien – in einem verwandelten Leib und ist als solcher nicht unmittelbar zu erkennen.

Die Jünger Jesu gewinnen aus dem leeren Grab und vielen Erscheinungen die feste Überzeugung, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Dieses Zeugnis über den Tod und die Auferstehung Jesu wurde von den Evangelisten in den Evangelien aufgeschrieben. 

Christen glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist. Das bedeutet, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist. Am Kreuz erleidet er unvorstellbare Qualen aus Liebe zu den Menschen, die ihn verraten haben. Doch Jesus besiegt am Ende den Tod. Auch wenn die Menschen immer noch sterben müssen, hat der Tod nicht mehr das letzte Wort. Die Christen glauben, dass auch sie selbst zu einem neuen Leben bei Gott auferstehen. Mit der Auferstehung Christi feiern sie daher auch die Hoffnung auf ihre eigene „ Auferstehung“ nach dem Tod.  

Die Auferstehung Jesu wird zur Geburtsstunde des Christentums. Ohne den Glauben an die Auferstehung wäre der Glaube der Christen sinnlos.

 

Liturgie der Osternacht

Der Ostertag beginnt mit der Feier der Osternacht. Da Jesus am frühen Sonntagmorgen bereits auferstanden war, hat die Auferstehung selbst in der Nacht stattgefunden. Die Feier der Osternacht findet daher nach dem Sonnenuntergang des Samstags und vor dem Sonnenaufgang des Sonntags statt.

Die Liturgie der Osternacht kennt viele verschiedene Zeichenhandlungen, um die Auferstehung Jesu zu symbolisieren:

  • Der 1. Teil der Osternacht ist die Lichtfeier:
    Jesus Christus kam zu uns Menschen als das „Licht der Welt“ (Joh 8,12), an Ostern wird er zum Licht der Hoffnung. Dies Licht-Symbolik wird in der Osternacht besonders am Osterfeuer und in der Osterkerze sichtbar.
    Am Osterfeuer wird die neue Osterkerze entzündet, deren Licht im Kirchenraum verteilt wird. Bereits zu vorchristlicher Zeit war es üblich, Feuer zu entzünden. Das Osterfeuer ist ein Symbol für das Licht, das Christus mit seiner Auferstehung in die Dunkelheit dieser Welt bringt.
    Die brennende Osterkerze wird in die dunkle Kirche hineingetragen, wo die kleine Flamme weitergegeben wird, sodass das Kerzenlicht den ganzen Raum erhellt. Genauso wie das Feuer der Kerze sollen die Christen die frohe Botschaft der Auferstehung weiterverbreiten, damit die Welt erleuchtet wird. Das Loblied auf die Osterkerze ("Exsultet") eröffnet den festlichen Gottesdienst.
  • Der 2. Teil ist der Wortgottesdienst:
    Bis zu sieben Lesungen aus dem Alten Testament und eine Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer ordnen das Ostergeschehen in den großen Kontext der Geschichte Gottes mit den Menschen ein. Von der Schöpfungsgeschichte angefangen wird deutlich, dass Gottes Heilswirken in der Auferstehung Jesu Christi seinen Höhepunkt gefunden hat. Erst danach wird im Evangelium die Auferstehung selbst verkündet.
  • Als 3. Teil folgt die Tauffeier [2020 gibt es keine Taufwasserweihe und keine Taufen]:
    Für die Taufe in dieser Nacht und in der Osterzeit segnet der Priester neues Weihwasser – oft „Osterwasser“ genannt. Zu Beginn werden die Heiligen in der Allerheiligenlitanei angerufen, anschließend folgt die Wasserweihe, bei der die Osterkerze in das Wasser getaucht wird. Anschließend wird ggf. den Taufbewerbern die Taufe gespendet. Zur Erneuerung des Taufversprechens befragt der Priester anschließend die Gemeinde, ob sie dem Bösen absagen und an Gott glauben.
  • Als 4. und letzter Teil folgt die Eucharistiefeier:
    In der Wandlung von Brot und Wien hat Jesus das Geschehen des Karfreitags bereits am Gründonnerstag vorweggenommen. Durch seine Auferstehung wird nun deutlich, dass Jesus aber am Kreuz nicht gescheitert ist, sondern sich aus freien Stücken für alle Menschen hingegeben hat. Durch ihn sind die Menschen von Sünde und Schuld befreit. In der Eucharistie wird Jesu Gegenwart sichtbar und erlebbar.

Lesungstexte in der Osternacht, am Ostersonntag und Ostermontag

Die Lesungen der Osternacht und er Ostertage ordnen das Ostergeschehen in den großen Kontext der Geschichte Gottes mit den Menschen ein. Die Evangelien gehören zu den wichtigsten, schönsten und bekanntesten Texten des Neuen Testaments.

  • Osternacht:
    In der Osternacht wird jährlich abwechselnd die Auferstehungsgeschichte aus den Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas gelesen – 2020 aus dem Matthäus-Evangelium (Mt 28,1-0):
    > Alle Lesungstexte der Osternacht
  • Ostersonntag:
    Das Evangelium am Ostersonntag ist die Auferstehungsgeschichte des Johannes-Evangeliums (Joh 20,1-18). Alternativ kann auch eines der anderen Evangelien der Auferstehung gelesen werden, das nicht in der Osternacht vorgetragen wurde.
    > Alle Lesungstexte des Ostersonntags
  • Ostermontag:
    Das Evangelium ist als „Emmaus-Geschichte“ bekannt: Zwei Jünger, die vom Scheitern und dem Tod Jesu enttäuscht sind, machen sich auf den Weg zurück nach Hause. Unterwegs kommt Jesus hinzu, aber die Jünger erkennen ihn nicht. Er erklärt ihnen, warum alles so passieren musste. Erst abends beim gemeinsamen Abendessen erkennen sie Jesus, als er das Brot bricht und die Jünger machen sich sofort auf den Weg zurück nach Jerusalem. (Lk 24,13-35)
    > Alle Lesungstexte des Ostermontags

> Auslegungen und Deutungen der Bibeltexte

Ostergottesdienst zu Hause feiern

 

Osterläuten, Osterkerze, Osterwasser

  • Osterläuten
    Da sich die Menschen nicht zu Gottesdiensten versammeln können, läuten in allen Kirchen des Erzbistums Köln täglich um 19:30 Uhr die Glocken als Zeichen der Verbundenheit im Gebet. Von Gründonnerstag bis Karsamstag wird das Läuten ausgesetzt und ab Ostersonntag wieder täglich fortgeführt, solange die öffentlichen Gottesdienste ausgesetzt bleiben.

    Zusätzlich läuten in NRW in den katholischen und evangelischen Kirchen festlich am Ostersonntag von 9:30 bis 9:45 Uhr möglichst alle Glocken.
    Bundesweit wird am Ostersonntag um 12:00 Uhr ebenfalls festlich in den katholischen und evangelischen Kirchen geläutet.

    Das ökumenische Geläut soll gerade in Zeiten der Corona-Krise die österliche Freude über den Sieg des Lebens zum Ausdruck bringen.
    Das Geläut lädt die Menschen dort, wo sie gerade sind, zum persönlichen Gebet ein und soll Zeichen einer bleibenden Gebetsgemeinschaft sein. Wir beten für alle, die von der Pandemie betroffen sind, und verbinden damit unseren Dank, unsere Bitte und Ermutigung für alle Menschen, die in dieser außergewöhnlichen Situation einen wichtigen Dienst für andere leisten.

  • Osterkerze
    Eines der sichtbarsten und bekanntesten liturgischen Ostersymbole ist die Osterkerze. Sie wird in der Feier der Osternacht am Osterfeuer entzündet und dann in die dunkle Kirche hineingetragen. Dazu wird dreimalig der Ruf "Lumen Christi – Deo gratias" (Christus, das Licht – Dank sei Gott) gesungen. Das Licht dieser einen Kerze wird weitergegeben an alle Kerzen, die die Gläubigen in Händen halten. Die Osterkerze symbolisiert Jesus Christus als das Licht der Welt.

    Die Osterkerze selbst ist in der Regel reich verziert. Einige Elemente sind dabei fest vorgesehen:
    • ein Kreuz mit fünf Nägeln/Wundmalen,
    • die Buchstaben Alpha und Omega, als Zeichen für Christus als Anfang und Ende (vgl. Offb 22,13)
    • und die aktuelle Jahreszahl.
    Die Osterkerze brennt in der Kirche während der Osterzeit in allen Gottesdiensten in der Nähe des Ambos oder des Altars. In vielen Kirchen steht sie das ganze Jahr über im Altarraum, sonst hat sie außerhalb der Osterzeit ihren Platz in der Nähe des Taufbrunnens.

    In einigen Pfarreien können Sie kleine Osterkerzen für die Feier zu Hause in der Pfarrkirche oder dem Pfarrbüro abgeholen. Fragen Sie bei Ihrer Pfarrgemeinde nach, ob das bei Ihnen vor Ort möglich ist.

  • Osterwasser
    In diesem Jahr wird in der Osternacht kein Taufwasser geweiht. Daher gibt es ausnahmsweise kein Oster-Weihwasser zum Mitnehmen in den Kirchen des Erzbistums Köln.

Ein ausgedehntes Fest: Osteroktav und Osterzeit

Das Osterfest wird als höchstes Fest der Christen nicht nur einen Tag gefeiert, und auch nicht "nur" bis zum gesetzlichen Feiertag am Ostermontag, sondern eine ganze Woche lang. Das bedeutet, dass in dieser Woche jeder Tag wie der Ostersonntag gefeiert wird. In der katholischen Kirche gibt es neben der Osteroktav nur noch ein weiteres Fest, das weltweit mit einer Oktav gefeiert wird: Weihnachten.

Insgesamt wird das Osterfest mit der Osterzeit fünfzig Tage lang gefeiert. Die Osterzeit endet daher mit dem Pfingstsonntag.

Ausmalbilder und weitere Angebote für Familien

Glauben und Leben | Covid-19

Website der Diözesanstelle für den Pastoralen Zukunftsweg

Die Diözesanstelle für den Pastoralen Zukunftsweg bündelt in ihrem „Homeoffice“-Projekt viele Anregungen und Ideen zum Glauben-Teilen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie (ausdrücklich auch von Palmsonntag bis Ostern).

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